Archive Februar 2012

Bombig

Die deutschen Geheimdienste (beachten Sie an dieser Stelle das pluralanzeigende “e” am Wortende) haben im Jahre des Herrn 2010 mehr als 37 Millionen E-Mails abgefangen und mitgelesen.

Das ist eine BOMBE, die gelegt wurde. CHAOS, wohin das Auge blickt. Ein ANSCHLAG auf die Vertraulichkeit der Kommunikation. Das muß unser neuer PRÄSIDENT HOCHGEHEN LASSEN. Das ist ja wie während der KOMMUNISTISCHEN REVOLUTION.

So, ihr Vögel. Jetzt wo ich wahrscheinlich eure Aufmerksamkeit habe, mal so ganz im Vertrauen und unter uns einen Tip. Kostenlos, euer Etat ist bestimmt schon ausgereizt, mit den ganzen V-Leuten und so. Also:

kein Terrorist, der geistige Niveau eines retardierten Auster erfolgreich hinter sich gelassen hat, redet in Mails Klartext. Die, die es doch tun könnt ihr getrost ignorieren. Denn die bekommen nicht mal was bombenähnliches gebastelt oder gehen während des Versuchs durch eine heftig ablaufende, stark exotherme chemische Reaktion (vulgo Explosion) publikumswirksam drauf.

Vielleicht könntet ihr ja im Lichte dieser Erkenntnis ein paar Mann von den Observationsteams freistellen und anderen Projekten zuteilen. Mal dem rechten Rand einen Blick gönnen, oder so.

Nein, kein Grund zu danken. Ist gern geschehen.

Liebe Spammer

Manchmal bin ich doch amüsiert, was Akismet hier so an Spamkommentaren abfängt.

Was will zum Beispiel derjenige uns sagen, dessen Spambeitrag (etwas ungelenk gereimt) wie folgt lautet:

In der größten Not//schmeckt der Käs auch ohne Brot

Sonst nix. Außer einer dubiosen Mail- und Webadresse. Verwirrend.

So allmählich

So allmählich verstehe ich, warum Smartphones einen derartig durchschlagenden Erfolg haben.

Dieses “immer dabei”-Internet mit seinen Möglichkeiten plus eine unüberschaubare Anzahl von Progrämmchen, die jedwede gewünschte Funktion nachliefern, hat einfach was.

Beispiel: man sitzt vor dem Fernseher, es läuft ein Film und den Schauspieler meint man irgendwo schon mal gesehen zu haben. Man grübelt und grübelt, kommt aber nicht drauf. Auftritt Smartphone mit seinem Kumpel IMDB-App. Zwei Minuten später ist das Rätsel gelöst und der Abend kann entspannt weitergehen.

Neuester Fund: die App Browser for Skydrive. Damit ist ein Zugriff auf das Skydrive-Laufwerk vom Androidgerät möglich (kurze Erläuterung: Skydrive ist ein Dienst von Microsoft. Man bekommt kostenlos 25GB Speicherplatz in der “Cloud” im Tausch gegen persönliche Infos. Man kann, muß aber nicht, seine echten Informationen preisgeben. Mehr dazu hier.).

Wer, wie ich, dort Daten hinterlegt hat, freut sich über die Möglichkeit, sie von überall abrufen zu können. Sogar eine rudimentäre Form von Musikstreaming geht. Hervorragend.

Auch wenn es ich es am Anfang nicht gedacht hätte: ich würde den Kollegen vermissen, wenn ich ihn wieder hergeben müßte. Und ganz sicher werde ich mir kein normales Handy mehr zulegen.

Die Idee alleine

Ich höre gerade Radio und da geht es um einen Fonds, den die Deutsche Bank aufgelegt hat (sagt man das so?).
Bei diesem Fonds wettet der Mitmachende auf die Lebenserwartung einer Gruppe von 500 Amerikanern. Wenn die innerhalb eines bestimmten Zeitfensters sterben erhalten die Fondszeichner Geld.
Jetzt haben sich diese 500 aber nicht regelkonform verhalten, sondern leben einfach weiter. Die finanziellen Interessen der Bank und deren Kunden ignorieren sie dabei vollkommen, das egoistische Pack.
Und was macht die Deutsche Bank? Sie schließt den Fonds. Nicht weil ihr moralische Bedenken zum Thema “Geldverdienen mit Wetten auf den Tod von Menschen” gekommen wären (es ist eine Bank. Die schlägt Begriffe wie Moral erstmal im Duden nach). Nein: sie fürchtet sich vor Klagen der Anleger, die ihr Geld zurückwollen.
Manchmal kann man echt nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.

Mal eben

Ich habe mir ja schon lange abgewöhnt, etwas mal eben zu tun. Die Formulierung “mal eben” bedeutet mit ziemlicher Sicherheit, dass das geplante Vorhaben entweder gar nicht oder nur unter erheblichem Einsatz von Zeit und/oder Geld realisierbar ist.
Aber dem Kind einfach einen anderen Namen zu geben hilft anscheinend auch nicht. Siehe gestern.
Der Plan: den DVD-Recorder in Betrieb nehmen, damit die Kinder ihr geliebtes Star Wars – the clone wars gucken können.
Das Ergebnis: 90 Minuten Zeit investiert, um abschließend zu lernen, dass dieses Vorhaben am Sat-Anschluss der Kleinen nicht realisierbar ist. Der Recorder hat nämlich nur einen analogen Kabeltuner, so verkündete die Hotline des Herstellers.
Also bleiben zwei Möglichkeiten: einen neuen Recorder beschaffen oder in eine Wohnung mit Kabelfernsehen umzuziehen. Ersteres lehne ich strikt ab, letzteres die Kleine. Die Kinder werden wohl auch weiterhin auf diese Sendung verzichten müssen.

Ein Quiz

Ich beginne mal mit einem Zitat:

Unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. […]

Wissen Sie, wer das zu wem gesagt hat? Ohne zu googlen?

Das hat der Bundespräsident zu dem jetzigen Ex-Oberbürgermeister Duisburgs gesagt. Wahrscheinlich betet er (der Präsident) jeden Tag, daß niemand auf die Idee komme, ihn an diesen seinen Worten zu messen. Denn dann wären in Berlin kurzfristig helle geräumige Büroräume in allerbester Lage frei. Die zweite Strophe des Gebetes beschreibt wahrscheinlich die Dankbarkeit für die Nichtabwählbarkeit oder -absetzbarkeit, die mit seinem Amt verbunden ist. Ich jedenfalls spräche dieses Gebet, selbst als ausgewiesener Atheist. Um ganz sicher zu gehen, stellte ich wahrscheinlich auch eine armdicke Kerze auf (selber bezahlt, mit Beleg. Man weiß ja nie, wie der da oben so reagiert).

Ansonsten ist das ganze Geschehen um unser Staatsoberhaupt inzwischen so unappetitlich und abstoßend geworden, das es sich kaum noch lohnt, darüber zu schreiben. Wir sollten uns damit abfinden, daß Christian Wulff es sich von seinen “Freunden” vorne und hinten hat reinstecken lassen und dafür Gefälligkeiten ausgespuckt hat wie die Fontäne auf dem Genfer See. Ebenfalls scheint festzustehen, daß er das Ganze einfach aussitzen wird. Spätestens zur Fußball-EM oder Olympiade ist doch alles vergessen, dumm wie wir sind.

Das obige Zitat findet sich u.a. hier.

Später vielleicht…

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, heute morgen beim Gang mit dem Hund ein Foto der tiefstehenden Sonne über dem zugefrorenen See zu machen. Nach einem Blick auf das Thermometer ist dieser Plan dann auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Bei -14°C gehe ich nicht raus, Hund und Foto hin oder her.

Manchmal kann es so einfach sein

Mittwochs ist traditionell Papatag. Ich hole Sohn aus der Scheule ab, er schläft bei mir und ich bringe ihn Donnerstags in die Schule.

Jetzt ist es bei solchen Temperaturen nicht immer einfach, sich etwas auszudenken, was man nachmittags tun kann. Ginge es nach ihm, wäre das Problem gar keines: sein DS ist die Antwort auf alle Fragen. Ich sehe das naturgemäß anders.

Also haben wir uns entschlossen, das letzlich eröffnete und öffentlich begehbare Kunstwerk zu besuchen. War leider geschlossen, also muß blitzartig ein Plan B her. Kein Problem: das Containerterminal direkt gegenüber besuchen. Gucken wie die Kräne Container hin und her bewegen, LKW be- und entladen werden usw.

Oder aber auf der Eisfläche spielen, die auf dem Weg dahin liegt. Eigentlich nur eine sehr (halber Tennisplatz etwa) große gut knöchteltiefe Pfütze, aber wenn zugefroren, ein Quell nicht endender Freude. Sohn hat die nächsten zweieinhalb Stunden damit zugebracht Löcher ins Eis zu hacken, Unfug zu treiben und mächtig Spaß zu haben. Ich habe mitgemacht, so lange wie mein Vertrauen in die Tragfähigkeit des Eises reichte und danach zugeschaut und gefroren.

So einfach kann es sein, einen tollen Nachmittag an der Luft zu verbringen.

So tut doch was!

Der Herr Wolff ist erregt (nein, nicht der Herr Wulff. Der erregt sich nur nichtöffentlich auf anderer Leute Mailboxen.). Ebenjener Herr Wolff ist VDV-Hauptgeschäftsführer, d.h. Bus&Bahn sind sein täglich Brot.

Ihn ärgert, schon von berufs wegen, das Schwarzfahren. Klar, ist auch scheiße.

Aber ihn ärgert noch mehr. Zitieren wir mal aus der Pressemitteilung vom 01.02.2012 (Nummer 4):

 

[…]Beispiele in den sozialen Netzwerken im Internet zeigen. Dort gibt es inzwischen Gruppen von Fahrgästen, die sich gegenseitig vor Fahrscheinkontrollen warnen. Jetzt ist es also schon so weit, dass potenzielle Schwarzfahrer sich online öffentlich helfen und organisieren. So wird das Fahren ohne gültigen Fahrausweis in der öffentlichen Wahrnehmung verharmlost. Dem muss der Gesetzgeber durch entsprechende Regelungen entgegenwirken.

Herr Wolff, hier ein ganz kostenloser Tip von mir für Sie: schalten Sie doch mal das Radio an und suchen sie sich einen dieser Lokalsender. Dann warten Sie, bis die Verkehrsnachrichten kommen und jetzt spitzen Sie ganz mal heftigst die Ohren. Da werden öffentlich *japs* im Radio *ächz* Blitzer durchgesagt *schnappatmung*. Und in der Zeitung steht es auch (zumindest in meiner Heimatstadt) *keuch*. Auf der ersten Seite, unten links. Jetzt ist es also schon so weit, dass potenziellen Rasern öffentlich gesagt wird, wo Gefahr droht, sowohl on- als auch offline. Trotzdem ist das Fahren mit Tempo hundertzwanzig in der Stadt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht wirklich akzeptiert. Ganz ohne entsprechende Regelungen des Gesetzgebers.

Ich würde vorschlagen, sie kommen mal wieder von vom Kronleuchter herunter, wischen sich den Schaum vom Mund und überlegen, ob derartiges Geifern wirklich hilfreich ist. Das Greinen, das Mutti ihre Probleme lösen soll, sollten Sie sich vielleicht auch sparen. Sie sind doch schon groß, hm? Ihnen fällt da bestimmt selber was ein.

Ach ja: die Blitzerinfos in der Zeitung steuert die Polizei selber bei. Nur, um es mal erwähnt zu haben.