Archive Dezember 2012

Mal ehrlich, der will doch gar nicht wirklich

Peer Steinbrück meine ich.
So wie er sich seit seiner Ernennung zum Kanzlerkandidaten benimmt ist das der naheliegendste Schluss. Erst die unglaublich unprofessionell gehandhabte Geschichte mit seinen Nebeneinkünften. Daran angeschlossen der Nebenkriegsschauplatz um die Verwendung seiner Netzkarte der Deutschen Bahn.
Nachdem das ausgestanden war kam erstmal nix mehr. Leider auch nicht im Guten. Was schlecht ist, wenn man einen Gegner einholen möchte, der einen Vorsprung hat.
Und jetzt kloppt er gleich zwei auf einmal raus: eine Debatte um das seiner Meinung nach zu niedrige Kanzlergehalt und weil er schon mal dabei ist unterstellt er Frau Merkel einen Frauenbonus im Wahlkampf.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt seiner Aussagen ist das ein kommunikatives Desaster. Über Geld sollte sich Herr Steinbrück vielleicht erstmal geschlossen halten. Besonders, wenn es welches ist, das er haben möchte. Und einen Frauenbonus zu unterstellen wirkt auf mich wie Jammerei.
Ich bin eigentlich willens, der SPD meine Stimme zu geben, damit die bestehende sog. Regierung gehen muß, aber bei so einem Gegenkandidaten komme ich echt ins Grübeln.

Da kommt Bewegung in die Sache

Was am ersten Weihnachtstag noch ein Verdacht war ist seit gestern Gewißheit: der Zwerg in der Kleinen bewegt sich. Spürbar. Für seinen Wirt jedenfalls, ich habe trotz intensiven Handauflegens leider noch nichts gespürt. Ich hoffe, das wird aber noch.

So, auch das wäre geschafft

Weihnachten liegt hinter uns. Alle sind erfolgreich durch die kritische Zeit gekommen, keine familiären oder sonstigen Krisen haben sich ereignet. Alles ist gut.

Heiligabendhaben die Kleine und ich zum ersten Mal gemeinsam einen Baum geschmückt. Dieses Jahr habe ich meinen Wunsch nach Lametta erfüllt bekommen. Ich liebe dieses Zeug. Die Kleine nicht so. Sie findet das “KITSCHIG!”. Macht nix, dieses Jahr war ich dran, also gibt es Lametta. In blau. War ein Zugeständnis meinerseits, es gab in der Metro auch ein, ich nenne es mal so, Discolametta. Mit zusätzlich Glittereffekten in rot, bronze oder gold. Aber da der Rest der Deko blau war, habe ich um des Weihnachtsfriedens willen einfaches blaues Lametta gekauft. So sieht das Ergebnis unsres Tuns aus (die Unschärfe in der oberen Hälfte ist ein Kamerafehler. Das Mistding muß ich noch umtauschen):

Baum

 

Abends sind wir der alljährlichen Einladung der jetzigen Schwiegereltern gefolgt, die da lautete: sie kochen, wir essen. Eingeladen sind wie immer die Kleine samt Sohn und Schwester, meine Mutter, der Freund der Schwester und ich. Was die Sache so angenehm macht, ist ja das Wichteln im Vorfeld. Man weiß, mit was man wem eine Freude macht und rennt nicht wie angestochen durch die Stadt auf der Suche nach einem halbwegs schönen und bezahlbaren(!) Geschenk. am Ende des Abends hatten alle gut gegessen, viel geredet und ein Geschenk in Empfang genommen. Sehr schön.

Der erste Weihnachtstag wurde komplett vergammelt. Kein Kind da, das Wetter bescheiden: perfekt für einen Couch- und Fernsehtag.

Zweiter Tag war ähnlich, wurde lediglich durch ein Mittagessen bei meiner Mutter unterbrochen. Leider ist die Erkältung die Kleine und Kleinerer sich gefangen haben voll durchgeschlagen. Also haben die beiden den Rest des Tages auf der Couch gelegen (unter drei(!) Decken) und ich als einzig Gesunder habe die Versorgung übernommen.

Ach, was ich geschenkt bekommen habe möchten Sie wissen? Zwei Bücher. Und Sie so?

Machts gut und danke für

die Aufmerksamkeit.
Falls die Welt heute tatsächlich endet, danke ich ihnen für das Mitlesen.
Falls sie das tut, wäre jetzt übrigens der richtige Zeitpunkt. Ich habe gefrühstückt, bin aber noch nicht auf dem Weg zur Arbeit. Richtig sauer werde ich, wenn der Weltuntergang erst nach Feierabend passiert. Für nix arbeiten fahren fände ich sch****.

Eine Runde Mitleid

Da denkt man immer wenn die Katze bei diesem Schietwetter von draußen hereinkommt, wie arm sie dran ist. Immer den Pelz nasskriegen und frieren. Armes Tier.
Und dann erfährt man, wie das wirklich ist.
Madame geht nämlich zwei Häuser weiter, setzt sich dort vor die Balkontür und spektakelt so lange, bis die Bewohnerin klein beigibt und sie hereinläßt. Unterstützt wird sie dabei durch den dort lebenden Kater. Ist sie erstmal drin mischt gerne besagten Kater auf und räubert seinen Futternapf. Nach erfolgreichem aufmischen und räubern zieht sich Madame gerne in das Schlafzimmer der Hausherrin zurück um dort auf der Fensterbank über der Heizung ein ausgedehntes Schläfchen zu halten.
Ist auch das erledigt, rafft sie sich auf und kommt zu uns. Wo sie dann nochmals (in Unkenntnis der Tatsachen) gefüttert und beschmust wird. Weil es ja draußen so nass und kalt ist.
Elende Opportunistin…

Ist doch kein Thema

Der Wissenschaftliche Beirat beim Wirtschaftsministerium (geführt durch den Clownstruppen FDP-Chef Rösler) sieht in seinem Gutachten zum Thema Altersarmut kein größeres Problem. Sie sei “derzeit – von speziellen Gruppen (Armen und/oder Alten eben. Anm. durch mich)  abgesehen – kein drängendes Problem.” (Quelle)

Das spannende Wort hier ist für mich “derzeit”. Das ähnelt einem Autofahrer, der vor einer Tagestour durch die Wüste nicht tankt, da derzeit kein drängendes Problem bestehe. Denn siehe: der Motor läuft doch. Oder einem Kapitän, der trotz Eisbergwarnung den Kurs nicht ändert, da ja nichts bedrohliches zu erkennen ist. Wohin das führt, haben Leonardo DiCaprio und Kate Winslet erfahren müssen.

Wenn man aber den Blick ein kleines bißchen über den Tellerrand erhöbe, dann wäre sichtbar, daß ein Problem am Horizont aufzieht. Eines, das nicht von alleine verschwindet. Denn die vielen jetzt noch nicht alten Menschen (ich und die Kleine inklusive) werden zu Rentnern werden. Und die wenigen jungen Menschen (Sohn, der Kleinere und die ganz Kleine inklusive) werden nicht in der Lage sein, uns alle zu versorgen. Nicht auf einem Niveau, das eine angemessene Lebensführung nach einem Erwerbsleben ermöglicht. Schon gar nicht, wenn man nicht das Glück hatte einen Job auszuüben, der es einem ermöglicht hat, privat ausreichend vorzusorgen.

Also wäre es doch irgendwie schlau, schon jetzt, wo das Kind noch am Brunnenrand steht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Nicht erst, wenn besagtes Kind in den Brunnen gefallen ist. Den Bürgern zeigen, das man über die Legislatur hinausdenkt, ihre Lebenswirklichkeit erkennt und ernst nimmt. Das man in der Lage ist, für das Gemeinwohl Parteigrenzen zu überschreiten und zusammenzuarbeiten. So wie das bei Banken und Eurokrise doch auch funktioniert hat.

Aber was rede ich. Wir sind nicht systemrelevant. Wir sind nur Wähler. Unsere Rettung (oder auch nur ein würdevoller Lebensabend) ist nicht wichtig.

 

Flittertage, Tag 2

Auch heute wieder eine gastronomische Lehrstunde: Cappuccino kann auch durchaus ein normaler Kaffee sein, den man mit einer Haube aus Sprühsahne veredelt. Dafür war der Kaffee aber so stark, das er nur nach gutem Zureden aus der Tasse zu bekommen war.
Ansonsten war der Tag leider verregnet, so daß wir eine ausgedehnte Mittagspause im Hotel gemacht haben.
Zum Abendessen gab es dann nicht nur geschmortes Rindfleisch (ein flämisches Nationalgericht), sondern auch desinteressiertesten Kellner der Stadt. Der war so schlecht, das es nicht mal lustig war. Höhepunkt: nachdem wir die Frage, ob wir noch etwas wollen verneint hatten kam prompt und unaufgefordert die Rechnung. Wäre verständlich, wenn der Laden voll gewesen wäre, aber es waren nur zwei Tische besetzt. Ein seltsamer Vogel…

Flittertage, Tag 1

Wir sind für ein langes Wochenende weggefahren, nach Brügge in Belgien. Untergekommen sind wir im Best Western Hotel direkt in der Innenstadt.
Da wir erst recht spät angekommen waren, haben wir gestern nur noch einen kurzen Spaziergang gemacht. Die Kleine bekam Hunger und so sind wir auf gut Glück in einer Brasserie eingekehrt. Nach einer Suppe stand ihr der Sinn und, welch glückliche Fügung, auf der Karte stand “Verse Soup”. Also verschiedene Suppen. Um Klarheit zu erlangen, was denn genau damit gemeint sei, befragte sie den Wirt. Hier der wörtliche und ungekürzte Dialog:
DK: Was für Suppen haben sie?
W: Eine grüne.
DK (etwas fassungslos): Aha, was ist da drin?
W: Grünes. Sie ist ja grün.

Hinreißend. Ein Loriotmoment im echten Leben.
Und trotz leichter Zweifel hat sie gut geschmeckt.

Fertig

Es wurde geheiratet, schön gegessen und jetzt geht es für ein langes Wochenende nach Brügge. Nur meine Frau (HA!) und ich.
Bis Montag, dann gibt es Details.