Archive Februar 2010

Es muß Freitag sein

Bei dem Begriff “siamesische Saugschmerle” degeneriert der für gewöhnlich sehr gefaßte und eloquente Kollege zu einem hyterisch kichernden Bündel, iin dessen Kopfkino ein Film aus dem eindeutig biologischen Bereich in einer Dauerschleife läuft.

So etwas macht der Job aus einem. Jedenfalls am Freitag.

Telefonat des Tages

Eine Kollegin aus dem Reich der Mitte hat eine Datei gelöscht und möchte sie wiederhaben.

Folgendes Gespräch entwickelt sich:

K: Zwei Dateien mit fast gleichem Namen. Genau hingucken.
I: Ah ja, ich sehe schon…
K: Ich blauche die längele Datei. Nicht die külzele, die längele.

Ein Klischee, schon klar. Trotzdem brauchte ich kurz die Pausentaste am Telefon, um die Fassung zurückzugewinnen.

???

Wie gehe ich mit dieser Aussage um:

Mir fehlt eigentlich nur der Mut, um mich vor einen Zug zu werfen.

Ich habe keine Ahnung. Aber anscheinend ziehe ich solche Menschen an. Vor einigen Jahren habe ich schon mal eine SMS bekommen, in der jemand seinen (letzlich erfolglosen) Suizid angekündigt hat. Fühlt man sich richtig gut mit.

Was tun?

Muß das schön sein,

wenn man wichtig ist.

Denn dann wird, wenn man nur genügend herumquengelt (-quängelt?), in einer wilden Nacht- und Nebelaktion eine eigene Supportabteilung zusammengedengelt zusammengestellt. Bestehend aus sieben Mann, die sich um die geschätzten zwanzig wöchentlichen Probleme dieser 40 hochwichtigen Personen kümmern. Das ist ein Schlüssel von ca. einem Betreuer auf sechs Betreute. Fragen Sie spaßeshalber doch mal in ihrem örtlichen Altenheim oder Kindergarten nach, wie da der Betreuungsschlüssel in der Theorie ist. Und wie in der Praxis.

Schön, wenn man wichtig ist.

Kreative Ideen sind gefragt

Altweiber. Ein Wort, das dem Eingeweihten kalte Schauer über den Rücken treibt. Einer der besseren Teile daran ist die Tatsache, daß die Damen auf der Arbeit ein Frühstücksbuffett herrichten. Nachteil: nur verkleidete oder beschlipste Männer bekommen Zugang. Da in meinem Kleiderschrank keine Krawatten mehr hängen, die so häßlich sind, daß man sie der Schere der Altweiber opfern möchte und mein Verkleidungsdrang nicht soo ausgeprägt ist tat sich ein Problem auf.
Gottseidank nicht nur bei mir sondern auch bei drei anderen. Also: Brainstorminghurricaning. Die Siegeridee: wir binden uns eine Flasche um den Hals und gehen hintereinander zum Futter.

Was wir dann sind?

Ein Flaschenzug *bruhahaha*

Tusch, Klatschmarsch und ab.

Falsch reagiert

Auf die Ankündigung des Pandas, daß sie morgen abend mit Kolleginnen unterwegs ist mit einem freudigen “Geil! Sturmfrei!” zu reagieren ist grundfalsch. Der Versuch etwas zu retten, ist unnötig, weil zum Scheitern verurteilt.

Nächstes Mal heuchele versuche ich es mit Bedauern.

Werbung lügt?

Meistens ja schon, aber manchmal liegt sie auch verblüffend richtig.

Beispiel? Gerne.

Sie kennen vielleicht noch die Werbung eines Lebensmittelhändlers, bei der ein Mann an der Wursttheke Sachen bestellt, die ihm auf das Gramm genau abgewogen werden. Im ersten Versuch.

Gestern bei ebendieser Handelskette. Ich bestelle zweimal 150 Gramm Tartar. Die Fleischfachkraft nimmt einen Batzen aus der Schale legt ihn auf die Waage. Exakt 150 Gramm. Na gut, einmal kann jeder. Sie legt den zweiten Batzen auf die Waage: wiederum exakt 150 Gramm. Ich bin verblüfft, sie ist amüsiert und freut sich. Meinen Verdacht, die Waage sei manipuliert, um Kunden zu begeistern weist sie weit von sich und besteht auf ihrem ohne Zweifel vorhandenen Können. Und räumt ein, es könnte auch ein wenig Glück im Spiel gewesen sein.
Ich verlasse den Markt mit 300 Gramm Tartar und dem guten Gefühl, daß Werbung anscheinend nicht immer lügt.

Ist doch wahr

Ist es eigentlich sehr respektlos, wenn man in einer Besprechung, in der man die neuesten Umstrukturierungspläne vor den Latz geknallt mitgeteilt bekommt, seinem bisherigen und seinem kommenden Chef erklärt “Normalerweise werde ich geküßt, bevor ich gefickt werde”?
Denn das hat man mich: ich stecke jetzt in dem Job, den ich am allerwenigsten gern mache. Bei dem ich immer froh bin, wenn die Woche Frühschicht vorbei ist. Und das, obwohl mein ehemaliger Chef genau weiß, was ich von dieser Tätigkeit halte.
Das ich trotzdem dort geendet bin läßt verschiedene Deutungen zu, von denen ich keine besonders ansprechend finde.