Da waren es dann fünf

Da waren es dann fünf

Pfingstmontag, kurz vor zehn. Alles gut bis hierhin. Einigermaßen ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt, alles prima.

Das Telefon lärmt und behauptet, ein anonymer Anrufer möchte uns sprechen. In neun von zehn Fällen ist das meine Mutter, denn sie hat die Rufnummernübermittlung aus. Weil sie nicht weiß was das ist und es sie auch nicht interessiert.

Der erste Satz verheißt Übles: “Setz Dich mal hin.” Kurz und knapp: mein Patenonkel hat Prostatakrebs. Bestrahlung hat er schon hinter sich, Chemo läuft gerade. Auch wenn wir kein sonderlich enges Verhältnis miteinander haben, hat mich das doch etwas aus der Bahn geworfen. Denn damit ergibt sich väterlicherseits folgende Statistik:

  • Urgroßvater an Krebs gestorben (Prostata? Man weiß es nicht, ist ja schon einige Zeit her),
  • beide Großeltern Krebs (Großvater Magenkrebs, an dem er wohl auch gestorben ist, seine Frau zweimal Brustkrebs, den sie aber überlebt hat),
  • Vater an Krebs gestorben,
  • Onkel hat Krebs (wobei ich mal das Beste hoffe).

Dann gab es wohl auch noch meines Vaters Onkel Matthias, der an Magenkrebs gestorben ist.

Mütterlicherseits hätte ich anzubieten

  • einen Opa, der so jung gestorben ist, das ich ihn nicht kennengelernt habe,
  • eine Oma, die an Parkinson elend verreckt ist,
  • eine Tante, die an einem Hirntumor gestorben ist
  • einen Onkel, der an entweder an einem Herzinfarkt oder Lungenkrebs gestorben ist (ich meine Herzinfarkt),
  • einen Onkel, der entweder an schwerem Alkoholismus oder einem Lungentumor gestorben ist,
  • einen Onkel, von dem ich nicht weiß, woran er gestorben ist, da man vergessen hatte uns mitzuteilen, daß er tot ist.

Auf beiden Seiten Seiten gibt es eine ungesunde Neigung zum Alkohol über verschiedene Generationen hinweg.

Nicht wirklich ermutigend. Eine Bitte meines jüngst erkrankten Onkels war dann auch, doch bitte jährlich zur Krebsvorsorge zu gehen. Dem komme ich gerne nach, denn schließlich habe ich vor, auf den Hochzeiten meiner Kinder wenn schon nicht zu tanzen, dann doch wenigstens anzustoßen. Das geht einfach am Besten, wenn man noch einen Puls hat. Passenderweise war ich erst Anfang Mai bei einem Checkup durch den Hausarzt. Die Befunde waren erfreulich: Prostata ok, Cholesterinwerte absolut ok, Leberwerte auch. Sogar der Harnsäurewert, der bei meiner Ernährungsweise eigentlich jenseits von allem sein sollte, ist ok.

Als nächstes werde ich dann mal mit meinem Hausarzt einen Termin machen, bei dem ich Dinge wie einen Vorsorgeplan (wenn es so etwas überhaupt gibt) und eine Patientenverfügung besprechen möchte. Schadet nix und ist im Eventualfall enorm hilfreich. Genauso wie der Organspendeausweis, den ich permanent dabei habe.

Schlauschiesser