Archiv August 2009

Dinge, die man von seinem Anwalt nicht hören will

Ich bin ja immer noch nicht geschieden. Grund dafür ist, daß die Rentenversicherung bei mir Fehlzeiten entdeckt hat. Solange diese nicht gefüllt sind, kann das mit dem Rentenausgleich nicht ausgerechnet werden.

  • Zum ersten Mal habe ich im Februar/März das entsprechende Formular mit meinem Anwalt ausgefüllt. Dann herrschte Ruhe.
  • Monate später bekam ich das exakt gleiche Formular per Post. Ausgefüllt und zur Rentenversicherung gefaxt.
  • Einige Zeit später schrieb mich der Anwalt an. Er hätte Post vom Gericht wegen Fehlzeiten bei der Rentenversicherung bekommen. Ich habe ihm die gewünschten Zeiträume erklärt.
  • Wieder einige Zeit später Post von der Rentenversicherung: sie hätten Fragen zu einige Zeiten und ich wäre verpflichtet, ihnen bei der Klärung zu helfen. Diesemal bin ich mit dem Schreiben persönlich bei der für mich zuständigen Rentenversicherungsaußenstelle aufgeschlagen. Von Angesicht zu Angesicht mit einem dortigen Angestellten haben wir das alles noch einmal durchgehechelt. Ich habe ihm zugesehen, wie er meine Angaben in den Behördencomputer getippt hat. Ich habe ihm zugesehen, wie meine Auskunft, ich könne die Zeiten nicht belegen (das meiste ist über zehn Jahre her) ihren Weg in den PC gefunden hat.

All das hätte ich genausogut in Seife schnitzen und in einem Eimer heißen Wassers aufbewahren können. Denn letzte Woche kam wieder Post vom Anwalt: das Gericht setzt eine letzte Frist von zwei Wochen zur Klärung der Zeiten. Danach droht ein Zwangsgeld von 500 Euro.

Hochangepißt habe ich den Anwalt angerufen und gefragt, was man noch tun könnte. Seine Auskunft (unterlegt mit einem leisen resignierten Lachen):

Nichts. Die Rentenversicherung ist ein Sauhaufen. Da passiert so etwas immer wieder. Sie sind nicht der Einzige.

Das wollte ich eigentlich gar nicht hören.

Die Stunde der Wahrheit

Jetzt muß der Panda Farbe bekennen. Ich habe meinen Teil des Deals eingehalten, jetzt ist sie dran.

Spaß macht es ihr sichtlich nicht, aber versprochen ist versprochen.

[UPDATE] Sie hat sich tapfer geschlagen. Von einem leise gezischten “Dafür hasse ich Dich.” zu Beginn abgesehen.

Dinge, die man von seinem Zahnarzt nicht hören will

Ich war kürzlich das erste Mal seit drei oder vier Jahren beim Dentisten. War auch alles soweit in Ordnung, bis auf eine gerissene Füllung oben links. Da schon Karies darunter zu erkennen war, drang der (ausgesprochen nette) Zahnklempner auf baldige Behandlung.

Die war heute um acht Uhr morgens. Etwas stutzig war ich schon, daß ich vor dem Doc dagewesen bin und habe dann auch sicherheitshalber mal vor Beginn der Behandlung nachgefragt, ob er denn auch schon seinen morgendlichen Kaffee gehabt habe. Falls nicht, hätte ich gerne noch etwas gewartet, denn wer will schon die zittrigen Finger eines Koffeinjunkies auf Entzug an seinen Zähnen haben?

Nach großzügiger Gabe eines Betäubungsmittels machte er sich dann ans Werk. Bißchen bohren hier, etwas kratzen da, spülen, saugen, das ganze Programm. Am Ende der Prozedur wandte er sich dann mit zufriedenem Gesichtsausdruck zu mir und verkündete “Das hat ein bißchen länger gedauert, aber ich mußte tiefer unter das Zahnfleisch bohren als ich dachte.”.

Ich weiß nicht, wie es ihnen geht, aber ich hätte auf diese Info auch gerne verzichten können.

Jetzt gehts los

Ich bin müde. Sehr. Aus irgendeinem nicht nachvollziehbarem Grund konnte ich gestern nacht nicht einschlafen. Erst gegen halb drei morgens war es dann soweit. Unbeeindruckt davon hat der Wecker pünktlich um sechs losgeplärrt, so daß nach dreieinhalb Stunden Schlaf alles vorbei war. Was, seien wir mal ehrlich, für die meisten von uns zu wenig ist.

Passend dazu nähert sich mein täglicher Tiefpunkt. Irgendwann zwischen 15 und 15:30 Uhr habe ich einen toten Punkt, der auch unter normalen Umständen nur mit reichlicher Koffeingabe erträglich zu gestalten ist.

Ich spüre schon, wie er sich bereit macht. Das kann heiter werden.

*TILT* XIV

Frage der blonden Kollegin:

Wenn ich auf der gleichen Strecke zweimal an einem Abend geblitzt werde, muß ich dann beide Bußgelder bezahlen?

Wir vermuten schon, es sei denn, die Polizei in dem Landkreis hat gerade 2-für-1-Wochen.

*TILT*

Da wird nicht gekleckert sondern geklotzt

Das Paradebeispiel der deutschen Wirtschaftskrise, die Pleitebank Hypo Real Estate, hat ihre Halbjahresbilanz vorgelegt. Die ist nicht ganz so gut ausgefallen. Immerhin 1,13 Milliarden Euro Miese sind angefallen. Das sind 1.130 Millionen Euro. Oder für die Freunde der ganz langen Zahlen: 1.130.000.000 Euro.

Wenn man das ein wenig herunterbricht ergibt sich ein ein Verlust pro Tag von 6.208.791 Euro (die 21 Cent habe ich mal großzügig abgeschnitten). Anders ausgedrückt: pro Stunde gingen 258.700 Euro durch den Kamin. Das sind 4.311 Euro in der Minute, bzw. knapp 72 Euro in der Sekunde.

Während ein Mitarbeiter eine rauchen geht (vier Minuten) verliert die Bank also mal eben 17.244 Euro. Was ich schon immer gesagt habe: Rauchen muß man sich leisten können. Der Gang zum Drucker im Nebenraum und zurück (20 Sekunden) kostet 1.440 Euro. Ganz neue Anreize zur Schaffung des papierlosen Büros.

Ganz nebenbei: das Geld, das sich da aufgelöst hat, kommt nicht aus dem Vermögen der Bank sondern aus ihren und meinen Steuern.

Neues vom Vater

Der aktuelle Chemozyklus ist seit Montag vorbei und es stand wieder die obligatorische Abschlußbesprechung an. Dieses Mal bin ich mitgegangen, weil ich das Gefühl nicht loswerde, das ich entweder nur die Hälfte erzählt bekomme bzw. daß meine Eltern in ihrer Arztgläubigkeit nichts hinterfragen.

Es war interessant. Meine erste Frage war die nach dem ominösen Tumormarker (der übrigens wieder über 8000 gestiegen ist. Normal sind 37.) und dessen Aussagekraft. Antwort: sagt so gut wie nichts konkretes aus, außer das ein Tumor da und aktiv ist. Aha.

Neu war mir auch, daß man auf dem letzten CT sehr wohl erkennen konnte, wo der Tumor sitzt. Beruhigter bin ich nun aber keineswegs, denn der Tumor sitzt auf den großen Blutgefäßen im Oberbauch und wächst fingerförmig in alle Richtungen. Die Stelle, an der er sitzt macht ihn leider auch inoperabel und nicht bestrahlbar. Naja, nicht ganz inoperabel, aber betrachtet man den Gesamtzustand des Mannes und die Schwere der Operation, kommt man ganz dicht an inoperabel heran. Laparoskopisch geht auch nicht, da die Verwachsungen in seinen Organen es nicht zulassen. Das führte mich dann zu der Frage, was denn passiert, wenn der Tumor in die Gefäße eindringt und sie schlimmstenfalls reißen. Was meiner medizinischen Laienmeinung nach zu einem ziemlich schnellen Tod durch Verbluten führen würde. Wenig beruhigend: wenn der Tumor in die Gefäße eindringt, platzen oder reißen sie nicht, aber wenn der er sie ganz oder teilweise verschließt ist das auch nicht viel besser. Was dann genau passiert wollte ich gar nicht wissen.

In dem Zuge habe ich dann gefragt, ob es eigentlich das Ziel der Chemo sei, den Tumor zu beseitigen. Die deprimierende Antwort: Nur, wenn wir Glück haben. Eigentlich dient sie dazu, das Wachstum des Tumors so weit wie möglich zu verlangsamen. Was auch bedeutet, daß es nicht möglich ist, die Chemo für einige Zeit auszusetzen, um meinen Vater z.B. in eine Reha zu schicken, die er sich so wünscht. Denn sobald die Chemo aussetzt, beginnen die Krebszellen ungehindert zu wachsen. Schnell zu wachsen. Er käme also kränker wieder, als er hingefahren wäre.

Weitere Details: die Krebsart, die sich in meinem Vater breitmacht ist genauso selten wie aggressiv. Selten bedeutet auch, das es relativ wenig Medikamente gibt, die man geben kann. Was schlecht ist, da er das aktuell verwendete nicht gut verträgt. Er bekommt Durchfall und das wiederum sorgt dann dafür, daß er nicht zunimmt. Was bei seiner Größe von 1,82 Meter und einem Gewicht von 60 Kilogramm aber dringend nötig wäre.

Was ich auch nicht wußte: Krebszellen können, ähnlich wie Viren und Bakterien, Resistenzen gegen Medikamente entwickeln. Was bedeuten würde, daß die Chemo nicht mehr wirkt und auf ein anderes Mittel gewechselt werden müßte. Welches es, wenn ich den Blick des Arztes richtig gedeutet habe, nicht gibt, da die Krebsart zu selten ist.

Alles in allem läßt sich die Lage wohl mit “nicht rosig” umschreiben. Nächste Woche soll noch mal ein CT gemacht werden. Falls es zeigt, daß der Tumor kleiner geworden ist, könne man, so der Arzt, vielleicht einen Chirurgen befragen. Ob mein Vater da mitspielt, steht in den Sternen.

Schaun wir mal, wie es sich entwickelt.

Ein Hoch auf uns!

Urlaubsbedingt etwas verspätet, aber immerhin.

Es war mal wieder

SysAdminDay

Wie jeden letzten Freitag im Juli wäre es mal wieder an der Zeit gewesen, den meist im Verborgenen werkelnden Wesen einen freundlichen Gedanken zu widmen. Oder mehr, je nach Bedarf. Immerhin sorgen sie dafür, daß alles rund um den PC läuft oder sie sorgen dafür, daß bei Abweichungen von diesem Zustand möglichst schnell wieder Normalität einkehrt.

Jungs und Mädels: wir sind einfach gut. Meistens jedenfalls 🙂