Archiv März 2009

Man kann gar nicht so viel essen II

den Rest kennen Sie schon.

Diesmal ist es was anderes.

Brasilien. Sonne, Strand und schwangere Neunjährige. Nicht ganz freiwillig schwanger (mit Zwillingen), sondern weil ihr Stiefvater sie mißbraucht hat. Sie und ihre vierzehnjährige Schwester.

Das alleine würde die Überschrift schon rechtfertigen, aber es geht ja noch weiter. Also:

Neunjährige sollten noch keine Kinder bekommen, schon gar keine Zwillinge. Es ist laut den Ärzten für das Kind lebensgefährlich. Also haben sich die Ärzte zu einem Schwangerschaftsabbruch entschieden.

Und was tut der zuständige Erzbischof José Cardoso Sobrinho? Er exkommuniziert die Mutter und das Ärzteteam, da es sich für die Kirche bei der Abtreibung um ein Verbrechen handelt. (Quelle)
Mich würde brennend interessieren, was Monsignore für den Vater bereithält. Immerhin hat der dem Bibelwort des “Seid fruchtbar und mehret euch” (Genesis, 1 28)Genüge getan. Die Umstände scheinen der Kirche dabei ja nicht so wichtig zu sein.

Was für ein Arschloch weltfremder Mensch.

Ich sags ja immer wieder

Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind beschlußunfähig. Das gilt sowohl für die Arbeit als auch im Privatleben.

Neuestes Beispiel: die Schulpflegschaftssitzung. Achtzehn Eltern (die die zwölf Klassen der Schule vertreten) plus Schulleitung (Rektorin plus Konrektorin) treffen sich, um Belange der Schule zu besprechen und Entscheidungen zu fällen.

Und alle, alle waren sie wieder da:

  • die “nur-ab-und-zu-Hinhörer”. Selten bei der Sache, aber immer gut für eine Frage zu einem schon behandelten Thema.
  • die Reichsbedenkenträger. Zu allem und jedem werden Bedenken geäußert. Egal wie obskur, hauptsache Bedenken. Die natürlich in langwierigen Diskussionen zerstreut werden müssen, da deren Zustimmung notwendig ist.
  • die Bürokraten. Noch bevor irgendetwas gelaufen ist, mäkeln sie an der Tagesordnung herum. “Habe ich zu spät bekommen”. Wenn man seine Mailadresse ändert und niemandem darüber Bescheid sagt kann das schon mal passieren. Diese Leute kennen jede Verordnung des Landes im Detail und zeigen das auch gerne. Oft in Personalunion mit den vorher genannten. Gerne aber auch als Tandem, dann sind sie besonders verheerend.
  • die Zusammenfasser. Bevor sie zu dem kommen, was sie eigentlich sagen wollten, fassen sie noch mal den Verlauf der bisherigen Diskussion in vielen eigenen Worten zusammen. Was die erste hier genannte Gruppe praktisch findet, alle anderen eher weniger.
  • die Randgruppenbeachter. Liebster Satz: “Aber was ist mit denen, die…” oder “Erreichen wir wirklich alle?”. Gott bewahre die Antwort auf die Frage lautet “Nein.”. Dann wird so lange hin und her diskutiert, bis 498 Schüler schlechter dastehen, damit 2 sich nicht ausgeschlossen fühlen.

Es gibt noch mehr, aber das waren die wichtigsten. Ganz klar: steckt man diese Typen in einen Raum, passiert nicht viel produktives.

Drei Stunden ging die Sitzung gestern und das einzige, was wirklich entschieden wurde war die Verteilung der beweglichen Ferientage im nächsten Schuljahr.

Aber es gab auch etwas positives. Die neue Konrektorin hat einen staubtrockenen, zynischen Sinn für Humor. Merke: nächstes Mal wieder daneben setzen.

Fast lustig.

Aber nur fast, denn es steckt zu viel Wahres darin, was einem das Lachen im Halse steckenbleiben läßt.

Urteilen Sie selbst: klick

Die eine oder anderen Stelle ist mir im Verlauf meines Berufslebens schon mal begegnet.

Man kann gar nicht so viel essen

wie man kotzen möchte.

Vorgestern die Verhandlung anberaumt, gestern ein Urteil. Klingt wie ein Wunder, geht aber.

Verhandelt wurde nicht ein Fahrraddiebstahl oder ein “Bei-Rot-über-die-Ampel-gehen”, sondern ein Fall, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Eine vierfache Mutter. Der Angeklagte hat ihren Tod verschuldet, weil er auf einer Skipiste falsch abgebogen war und deswegen mit ihr zusammengeprallt ist.

Was für eine Strafe ist dafür angemessen? Nun, in Österreich kommt man mit 33.000 Euro Geldstrafe und 5.000 Euro Schadensersatz davon. Es könnte natürlich hilfreich sein, wenn man nicht ein Durchschnittsbürger wie Sie oder ich ist, sondern Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes. So wie Dieter Althaus.

Fünftausend Euro Schadenersatz. Einmalig. Dafür, daß man einer Familie die Ehefrau und Mutter genommen hat. Dazu ein Verfahren, daß so schnell durchgeprügelt wurde, daß die Öffentlichkeit gar keine Chance hatte, es wahrzunehmen. Geschweige denn, zu bewerten.

Man kann gar nicht so viel essen…

Gefunden!

Heute habe ich die Maschine wiedergefunden, die so schlimmen Muskelkater in den Schultern macht. Natürlich habe ich die Herausforderung sofort angenommen und bin in den Nahkampf gegangen.
Mal schauen, wie es morgen aussieht.

Jetzt muß aber gut sein

Ich mache mir allmählich Sorgen.

Nicht nur, daß mein Arbeitsplatz noch existiert: er ist auch noch sicher bis mindestens nächstes Jahr.
Nicht nur das ich hier bejubeln durfte meinen extrem ungeliebten Schreibtisch los zu sein: auch bei der neuen Runde des Umsetzens und Umziehens bin ich ungeschoren davon gekommen.
Mehr noch: ich habe jetzt den definitiv besten Platz im Raum. Direkt am Fenster, eine Wand im Rücken und absolut uneinsehbar durch jeden, der den Raum betritt.

Was ist hier los? Warum werde ich so verwöhnt? Ich bin sehr mißtrauisch…

Herr, laß abend werden. Schnell.

Es gibt so Tage, da erübrigt sich jeder Kommentar. So wie heute.

Der Plan: einfach nur einen Kaffee holen. Natürlich ist der Kaffeesatzsammelbehälter voll. So voll, daß er beim Herausziehen zwecks Leerung den einen Gutteil seines Inhalts in der Maschine ablädt. Das ist nicht meiner Dösigkeit geschuldet, sondern der Tatsache das die Konstruktion einem keine Wahl läßt. Beim Entleeren der Tropfschale der Maschine stelle ich fest, daß der Freitagsküchendienst sich nicht gekümmert hat und, Wochenende sei Dank, eine Joghurtschicht auf dem Wasser schwimmt. Die Milchschaumdüse entleert sich im Rahmen ihrer Reinigung nämlich ebenfalls in die Tropfschale. Die Reinigung dauert eine gute Viertelstunde, erst dann gibt es Kaffee.
Anschließend stelle ich fest, daß mein Notebook sich noch im Wochenendmodus befindet und keinerlei Lust auf Arbeiten zu haben scheint. Reboot dauert ebenfalls eine gute Viertelstunde. Zwei davon sind nötig, um grundsätzliche Arbeitsbereitschaft herzustellen. Wenn jetzt noch Citrix mitspielen würde, wäre alles prima. Tut es aber nicht. Also plane ich was anderes zu tun. Es bleibt bei der Planung, denn unser Fernwartungstool oder unsere Server arbeiten gegen mich. Sobald ich ein “e” tippe öffnet sich ein Explorer, bei einem “f” öffnet sich ein Suchfenster, bei “l” sperrt sich der Bildschirm. Klarer Fall: irgendwo im Hintergrund denkt einer der Beteiligten, die Windowstaste sei gedrückt. Ist sie aber nicht. Nirgends. Arbeiten ist so nicht möglich, denn viele Befehle enthalten ein “e”, “l” oder “f”.

Hoffentlich ist dieser Tag bald vorüber. Und hoffentlich bleibt er der einzige diese Woche, der sich so entwickelt.

ARGH!

Meet the mother

Heute ist es soweit: die Pandamutter kommt zu Besuch. Bis jetzt haben wir uns noch nicht persönlich kennengelernt, es ist also für beide eine Premiere.

Die Wohnung ist auf Vordermann gebracht, Käsekuchen ist fertig, Kaffee wird noch aufgesetzt und dann kann das Abenteuer beginnen.

[Nachtrag] Alles ist gut gegangen. Zumindest hat sie keine offensichtlichen Zweifel an meiner Eignung als Partner für ihre einzige Tochter geäußert. Immerhin.