Ach, Freuden des Elternseins

Samstag, 6:42 Uhr. Man ist schon fast eine dreiviertel Stunde wach, aus dem Kinderzimmer brabbelt das Schnittchen vor sich hin.
So wie heute Nacht um viertel nach drei auch schon.
Die Eltern haben also einmal vier und dann noch einmal zweieinhalb Stunden geschlafen und sind dementsprechend drauf.
Ein schöner Tag zeichnet sich ab. Das kriegt die alles zurück wenn sie Teenager ist. Das weiß sie nur noch nicht.

Liebe Frauen,

um zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen muß jeden Tag ein ganzes Stück mit dem Auto fahren. Den größten Teil davon Autobahn.

Und jeden verdammten Tag darf ich mich ärgern, wenn ihr gemütlich auf der Mittelspur vor euch hin fahrt, in eurer eigenen kleinen Welt, die euer Auto heißt. Gemütlich, nicht zu schnell, reisen statt rasen heißt das Motto. Sollt ihr ja auch machen, aber dann doch bitte auf der rechten Spur. Überholen könnt ihr mit eurem Tempo eh niemanden, dafür seit ihr aber allen anderen, die schneller als 110 km/h fahren, unglaublich im Weg.

Warum tut ihr das nicht? Ist die Aussicht rechts nicht schön? Fürchtet ihr den LKW da vorne (in ca. 400 Metern Entfernung)? Der tut nix, der ist nämlich schneller als ihr. Oder habt ihr die Spur einfach noch nicht gesehen? Verwechselt ihr sie mit einer Art zweiten Pannenstreifen? Oder seid ihr alle Rebellinnen, die sich gegen das System auflehnen, indem ihr auf das Rechtsfahrgebot scheißt? Habt ihr Angst vor Spurwechseln (diesem komplexen Vorgang aus in den Spiegel und über die Schulter schauen, blinken und ein wenig am Lenkrad drehen)? Habt ihr ob der rasenden Geschwindigkeit einen solchen Tunnelblick, das die Welt links und rechts eueres Autos verschwimmt?

Warum muß ich mich jeden Tag mehrfach entscheiden, ob ich euch rechts überhole (die Spur, auf der ich unterwegs bin) oder ob ich über zwei Spuren hinweg ganz nach links ziehe um danach wieder über zwei Spuren ganz nach rechts zu fahren. Denn da ist ja immer noch frei. Da wäre auch noch Platz für euch. Und der LKW da vorne tut wirklich nix.

Könntet ihr da ein klein wenig an euch arbeiten? Bitte?

 

Euer Schlauschiesser

P.S.: es ist mir natürlich klar, das Frauen den Mittelstreifen nicht exklusiv gepachtet haben. Männer können das auch. Aber auf der Autobahn, die ich nutze kippt das Verhältnis ganz eindeutig Richtung Frauen. Interessanterweise Frauen aller Altersstufen (18 jährige Fahranfängerin bis zur Seniorin) in allen möglichen Autos (vom Twingo mit aufgeklebten Wimpern bis zum Porsche Cayenne).

Alles gleichzeitig geht eben nicht

Deswegen steht hier auf dem Aldi-Parkplatz ein schwarzer Lamborghini. Wenn Steuer, Versicherung und Sprit bezahlt sind muss mit dem restlichen Geld eben etwas gehaushaltet werden.

Ja wo laufen sie denn?

Die Bretagne ist ein toller Landstrich. Jetzt weniger vom Nachtleben her, denn das ist praktisch nicht existent. Sondern von den Möglichkeiten, seinen Tag zu verbringen. Die Kleine und ich nutzen die Zeit um um zu laufen. Wir sind kreuz und quer über die Ile de Brehat gewandert, den alten Zöllnerpfad entlang gelaufen, über Märkte und durch Ortschaften getigert. Am spaßigen und spannendsten aber sind die Klettereien in den Granitfelsen, die hier überall herumliegen. Das ist anstrengend und nicht ganz ungefährlich (die Dinger sind stellenweise glitschig wie Sau), belohnt aber mit den schönsten Rastplätzen um einen kleinen Snack zur Belohnung zu genießen. Wenn wir wieder zu Hause sind suche ich mal ein Foto dieser Felsen, damit Sie eine Idee davon bekommen, was ich meine.
Kulinarisch haben wir uns etwas gefangen. Nach dem etwas glücklosen Experiment mit den Bulots wurde auf weitere Spielereien verzichtet und seitdem ist auch nichts erstaunliches mehr auf den Tellern gelandet. Es sei denn, man möchte Rochelle als erstaunlich bezeichnen. Denn den gab es gestern.
Für heute steht noch kein Programm fest, daß wird aber noch.

Reisen bildet

Die Kleine und ich sind auf Reisen. Eine Woche lang nur wir beiden in der Bretagne. Kein einziges Kind begleitet uns, sie sind alle auf die Großeltern respektive den anderen Elternteil verteilt.
Das bedeutet auch, daß wir bei der Wahl des Essens keinerlei Rücksicht nehmen müssen. Was toll ist. Also haben wir in einem Restaurant am Ort das Menü bestellt. Weil mir, warum auch immer, der Sinn nach Abenteuer stand habe ich als Vorspeise etwas bestellt, dessen Namen ich zwar aussprechen kann, das mir ansonsten aber völlig unbekannt ist.
Jetzt weiß ich: Bulots sind Wellhornschnecken, die gekocht aber kalt serviert werden. Immerhin mit Knoblauchmayonaise.
War weder besonders super noch besonders eklig. So mittel eben.
Morgen befrage ich bei Zweifeln erstmal das Internet. So viel ist sicher.

Politik aktuell

Unsere Regierung hat etwas beschlossen. Das ist grundsätzlich gut, bedeutet es doch, daß die Damen und Herren sich ihre Diäten verdienen, anstatt sie einfach nur zu erhalten. Was sie allerdings beschlossen haben, läßt mich Galle kotzen ungläubig staunen.

Denn laut ihrem Beschluß soll nichts an der sogenannten kalten Progression ändern. Für die, die keine Lust haben den Wikipediaartikel zu lesen hier die Kurzform: sie bekommen eine Gehaltserhöhung von 100 Euro brutto im Monat. Davon sollten nach ihrer alten Einkommenssteuerklasse eigentlich 40 Euro netto bleiben (als Beispiel). Durch die Erhöhung rutschen sie in der Einkommenssteuer eine Klasse nach oben, so daß statt 40 nur noch 20 Euro bleiben (wieder nur ein Beispiel). Zusammen mit den gestiegenen Sozialversicherungsbeiträgen kommen Sie also mit dem gleichen Gehalt nach Hause wie vor der Erhöhung. Toll, oder?

Und obwohl gerade Geld da ist, das verteilt werden könnte (z.B. an die, die es erwirtschaftet haben. Sie und mich.) haben unsere Oberen beschlossen, daran nichts zu ändern. Weil, so die Begründung, es nicht im Koalitionsvertrag steht. Das sind übrigens die gleichen Leute, die im Februar keinerlei Mühe hatten, für sich selber eine zehnprozentige Diätenerhöhung durchzuwinken. Was läppischen 830 Euro mehr im Monat entspricht. Für jeden der 631 Abgeordneten. Mußten sie wahrscheinlich machen, stand so im Koalitionsvertrag.

Meine Lust, noch mal zu irgendeiner Wahl zu gehen befindet sich derzeit im freien Fall. Warum um alles in der Welt sollte ich irgendeinen dieser Menschen mit meiner Stimme dazu berechtigen, sich die nächsten vier Jahre ein prachtvoll bezahltes und bequemes Leben zu machen? Meine Interessen werden doch schon lange nicht mehr vertreten, was vermutlich daran liegt, daß man sie von dem Ort, von dem Parlamentarier auf die Welt schauen, nicht mehr sieht.

  • Rentensystem an die sich unweigerlich verändernde Demographie anpassen? Wozu? Meine Rente ist sicher, großzügigst bemessen und ich habe dafür noch nicht einmal was einzahlen müssen.
  • Pflegeversicherung an die sich unweigerlich verändernde Demographie anpassen? Wozu? Ich schließe eine private Versicherung ab, die das regelt. Geld genug habe ich ja.
  • Krankenversicherungsbeiträge stabilisieren? Haben wir doch: alle weiteren Steigerungen der Beiträge sind alleine vom Arbeitnehmer zu tragen. Also sind die Beiträge aus Arbeitgebersicht stabil. Das ist ja das Wichtigste.
  • Löhne, die es dem Arbeitnehmer ermöglichen, von seiner Arbeit zu leben? Haben wir, alles eine Frage, wie viele Jobs man hat.
  • Steuergerechtigkeit herstellen oder sie zumindest verbessern? Den vielbeschworenen Mittelstand stärken? Steht nicht im Koalitionsvertrag, tut mir leid.
  • Strompreise, die nicht jedes Jahr um mehrere Cent/kWh steigen? Geht leider nicht, wir haben beim Schreiben des EEG etwas gepennt und das sind jetzt die Folgen.

Und so weiter und so fort. Ich bin sicher, ich habe noch den einen oder anderen Punkt vergessen aber alleine das reicht, um mich politikverdrossen zu machen. Ich glaube, ich gönne mir mal den Spaß und schreibe meine Bundestagsabgeordnete an und stelle ihr eine oder zwei Fragen.

Nächte wie diese

Es ist halb sechs morgens, die Kleine hat seit zwanzig nach zwei versucht, das Schnittchen in den Schlaf zu bekommen und seit einer dreiviertel Stunde habe ich den Job übernommen.

Jetzt herrscht Ruhe, aber an Schlaf ist für mich trotzdem nicht zu denken. Weil ja jede Sekunde das Kindelein sich regen könnte.

Nächte wie diese sind echt hart, für alle Beteiligten. Obwohl: für das Schnittchen vielleicht nicht so sehr. Die pennt einfach über Tag den fehlenden Schlaf nach. Anders als ihre Eltern.

Mein Gott

Mein Leben ist derzeit derartig ruhig und entspannt, das ich sogar vergesse mein kleines Blog von Zeit zu Zeit zu befüllen.

Ich bin nach wie vor mit der Kleinen verheiratet und jeden Tag glücklich darüber. Klingt schmalzig, ist aber wahr.

Die Jungs kommen allmählich in Reichweite der Pubertät, was bedeutet, daß sie manchmal seltsame Anwandlungen haben. Noch kann man diesen relativ einfach begegnen, aber das wird sich irgendwann ändern, fürchte ich.

Das Kaiserschnittchen ist jetzt zehn Monate alt. Kann man das glauben? Zehn Monate sind schon vergangen. Sie krabbelt durch die Gegend, steht lässig in ihrem Laufstall an die Wand gelehnt und hat vor Kurzem entdeckt, daß man auch mit beiden Händen loslassen kann. Was dazu führt, daß sie dann frei steht. Das geht solange gut, bis sie sich daran erinnert, das sie sich nicht festhält, woraufhin sie prompt umkippt. Aber das wird auch noch, da bin ich sicher.

Arbeitstechnisch kann ich mich im Großen und Ganzen auch nicht beschweren. Es gibt bessere und schlechtere Tage, aber in der Summe überwiegen die besseren.

Zusammengefaßt: ich führe im Moment das Leben, das alle anderen um mich herum schon seit Jahren führen. Mit Frau und Kindern, Haus, Garten, Hund und Katze. Vergleichsweise langweilig, ohne allzugroße Abweichungen nach oben oder unten. War mir in der Form bisher unbekannt, ist aber unbedingt empfehlenswert.

So viel für heute. Demnächst hoffentlich wieder mehr.

Junge, laß dir doch noch Zeit

Sohn ist ja inzwischen satte 11 Jahre alt und geht mittlerweile in die sechste Klasse. Entsprechend sind auch seine Interessen: Lego, WhatsApp, DS.

Und F.

F. steht hier für Freundin. Eigentlich heißt sie ein anderes Initial, aber Anonymität tut not. Am Anfang war ich noch geneigt, das nicht allzu ernst zu nehmen. Aber gestern wurden Kekse gebacken und beim anschließenden Verzieren hat er zwei Kekse extra für sie verziert und aufbewahrt. Die Kleine hat sie noch nett verpackt (die Kekse) und er hat sogar daran gedacht, sie mitzunehmen.

Das ist ernst. Ich muß ihn demnächst mal beiseitenehmen und ein Männergespräch führen. Er soll doch bitte erst noch ein bißchen Spaß haben, bevor er das andere Geschlecht in sein Leben läßt und all die damit verbundenen Stressigkeiten.

Aber putzig war es schon.

Wollte ich nur sagen

Es ist der

11.12.13, 14:15 Uhr