Archiv für September 2009

Manchmal bin ich auch ein netter Kerl

Sechs Leute in der Abteilung. Einer ist in Urlaub, eine krank, einer muß heute um 14, der andere um 15 Uhr gehen.

Die beiden übriggebliebenen sind ich und der Ex-Azubi, der erst letzte Woche hier angefangen hat. Damit der nicht mehr oder weniger hilflos herumpaddeln muß, bleibe ich eben bis zum offziellen Schichtende, obwohl es mir immer noch nicht wirklich gut geht.

Das finde ich ziemlich nett von mir.

Ohh, was ein Tag

Der Bauch grummelt seit gestern abend so sehr, daß man im ganzen Raum hört. Details über andere, regelmäßig wiederkehrende Gänge heute erspare ich ihnen. Irgendwann im Laufe des Vormittags kamen dann ergänzend Magenscherzen der gehobenen Kategorie hinzu.

Obwohl ich hinreichend geschlafen habe fühle ich mich, als wäre ich kurz vor Ende der Hell Week.

Kurz: ich hatte schon bessere Starts in eine Woche.

[Update] Zu Hause um 17:10 Uhr, auf der Couch um 17:15 Uhr, geschlafen bis bis kurz nach 21 Uhr. Danach ins Bett und weiterschlafen bis heute morgen. Jetzt ist es besser, aber so richtig intakt ist das System noch nicht wieder.

Da staune ich ja nun doch

Da inzwischen schon wieder eine Woche herum ist und sich in Sachen Wahlkampf immer noch nichts nennenswertes bewegt, habe ich zur Selbsthilfe gegriffen und den weithin bekannten Wahl-O-Mat befragt.

Ergebnis: am ehesten lägen die Grünen (66 von 82 Punkten) und die Piratenpartei (63/82) auf meiner Linie. So weit, so erwartet.

Daß ich aber noch eher mit der PBC als mit der SPD übereinstimme, daß hat mich nun schon überrascht. Die beiden trennt zwar nur ein Punkt, aber immerhin.

Daß CDU/CSU und ich keine Freunde werden ist dagegen schon seit Jahren eine feste Größe.

Fühle ich mich motivierter, mein Kreuz irgendwohin zu machen? Ich weiß es noch nicht. Es sind ja auch noch ein paar Wochen Zeit.

Warum und woher?

Woher habe ich in meiner CD-Sammlung einen Sampler namens “to magic 2″?
Warum nennt jemand sein Lied “Das 4. Tier aß den Mutterwitz”?

Hier nachzuhören. Über Ideen zur Intention des Künstlers wäre ich dankbar. Ebenso für Begründungen, warum ich sowas anscheinend mal gekauft habe.

Farbwechsel

Ich habe ja seit Jahren einen Bart im Gesicht. Das hat zum einen ästhetische Gründe (ohne sehe ich dermaßen bescheuert aus), zum anderen praktische (sich am Kinn rasieren endete gerne schon mal in einem Blutbad. Irgendwie habe ich diese Krümmung nie so richtig hinbekommen).

Aber ich wollte eigentlich auf was ganz anderes heraus.

Ich kann mich daran erinnern, daß dieser Bart farblich früher nie genau zu bestimmen war. Von blond über rot bis schwarz waren alle Farben, in wechselnden Verhältnissen, vorhanden.
Über die Jahre ist eine neue Farbe hinzugekommen: weiß. Anfangs waren es nur vereinzelte Barthaare, die man nur bei sehr genauem Hinsehen finden konnte. Aber diese Einzelexemplare haben sich heimlich, still und leise vermehrt und zu größeren Verbänden zusammengeschlossen und bestimmen nun maßgeblich die Farbe meiner Gesichtsbehaarung.

Manchmal wenn ich vor dem Spiegel stehe, kommt mir dann der Gedanke, daß ich tatsächlich älter bin, als es mir vorkommt. Ehrlicherweise müßte ich sagen, daß die zweite Halbzeit meines Lebens schon vor einiger Zeit angepfiffen wurde. Ich weiß nicht, ob mir daß Angst machen sollte.

Noch vier Wochen

In vier Wochen ist es soweit: das Volk ist aufgerufen einen neuen Bundestag zu wählen. Eigentlich eine gute Sache, wenn die Regierten die Möglichkeit haben, zu bestimmen, wer sie regieren soll.

Allerdings beschleicht mich dieser Tage manchmal das Gefühl, daß den Regierenden ein bißchen die Lust fehlt, sich um die Regierten zu kümmern. Es gibt doch wahrlich Probleme genug, bei denen es interessant wäre zu hören, wie die kommende Regierung sich die Lösung vorstellt.

Statt dessen parliert unsere Kanzlerin in bester Muttimanier über Blaubeeren und erzählt von ihrer ersten Zigarette. Das ist alles sehr nett, läßt aber den Bezug zum Jahr 2009 etwas vermissen. Der Höhepunkt ihrer Wahlkampfaussagen war, soweit ich das verfolgen konnte: “Im Mittelpunkt unserer Politik steht der Mensch.” Das ist so atemberaubend banal, daß sich jeder weitere Kommentar erübrigt. Während unsere Kanzlerin sich also im Nichtstun gefällt und darauf baut, daß sie schon irgendwie gewinnen wird, balgt sich die zweite Reihe hinter ihr mit dem wahrscheinlichsten Koalitionspartner. Was sich die CDU/CSU und die FDP da leisten, läßt schon den Eindruck entstehen, daß sie eigentlich gar nicht miteinander wollen.

Und die anderen?

Die SPD versucht verzweifelt, irgendeinen Ansatzpunkt zu finden, um Frau Merkel aus der Reserve zu locken. Diesen Gefallen tut sie ihnen aber nicht. Und Wahlkampf gegen einen Gegner, der nicht mitmacht ist undankbar. Weil daß so ist, muß man eben zu verzweifelten Maßnahmen greifen, wie z.B. die Ergebnisse der Landtagswahlen als Hinweis deuten, daß die CDU nicht mehr gewollt wird. Gleichzeitig muß man es aber schaffen zu ignorieren, daß man selber in einem dieser Länder gerade mal so über 10% eingefahren hat.

Die FDP ist mit der CDU zugange und kommt auch nicht so richtig in die Gänge. Man hört jedenfalls nicht viel von ihr.

Grüne tun sich auch nicht besonders hervor. Vielleicht nehme ich es aber auch nur nicht wahr.

Die Linken halte ich grundsätzlich für nicht wählbar. Wer nur Fundamentalopposition betreibt, alles anders machen würde aber leider nicht erklärt, wie, der ist für mich keine ernsthafte Alternative.

Was also tun? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Eigentlich halte ich es für eine Selbstverständlichkeit, wählen zu gehen. Aber wählen setzt voraus, daß man mehrere Alternativen hat, die einem irgendwie zusagen. Wenn man aber gar nichts angeboten bekommt, daß bei der Entscheidungsfindung helfen kann, dann wird die Sache schwierig. Anhänger irgendeiner Partei haben diese Schwierigkeit nicht, aber ich bin eben kein solcher. Es gibt keine Partei, die ich aus Überzeugung wählen könnte. Ich will überzeugt werden, daß ebendiese Partei, die sich da bewirbt, meine Interessen am Besten vertreten würde. Wenn sie sich nicht bemühen, dann tut es mir leid. Dann bekommen sie meine Stimme eben nicht. So wenig, wie sie mir was schenken, so wenig schenke ich denen etwas. Sondern bleibe statt dessen zu Hause. Wie so viele andere auch.

*TILT* XV

Gestern im Radio auf der Fahrt zur Arbeit gehört (Thema waren die Kommunalwahlen und warum so viele Menschen nicht wählen gegangen sind. Befragt wurden Passanten irgendwo in NRW.):

Reporterin: Waren Sie gestern wählen?
Passantin: Nein, ich gehe aber in jedem Fall noch. Sonst bekommen wir hinterher noch die NDP oder wie die heißt.
Reporterin: Die Wahlen waren aber gestern.
Passantin: Oh.

Hörer: *TILT*